…und die Erleichterung

Beim nächsten Besuch am Boot ist dann Armin vom Bootsservice Wettin zur Schraube getaucht. Immerhin: gleichmäßige Drehung, kein spürbares Spiel, vielleicht ein bisschen schwerer gängig als es sein sollte. Reste von früher mal ausgetretenem Fett waren sichtbar, aber kein frisches. Und nach Einschalten meiner Schmieranlage kam auch tatsächlich kein Fett heraus.

Weil allerdings am mototseitigen Lager recht ordentlich Fett herausdrückte, habe ich die „Brille“, die die dortige Dichtung presst, versuchshalber richtig fest gezogen. Und siehe da – beim nächsten Tauchgang mit eingeschalteter Fettpumpe kam Armin mit dem Daumen nach oben herauf.

Großer Stein vom Herzen: Die Schmierung ist also grundsätzlich durchgängig, nicht von verharztem und verklumptem Fett blockiert, und das Boot würde im Wasser bleiben können.

Eine halbe Schraubendrehung hatte ich beim Festziehen gemacht, nun eine viertel Drehung wieder zurück, und bei einem letzten Tauchgang bestätigte Armin, dass zwar weniger, aber immer noch stetig Fett austritt, wenn die Schmieranlage lief.

Nun war ich versöhnt mit dem Schiffchen und konnte mich entspannt an die andere Dinge machen, die ich mir für den Besuch noch vorgenommen hatte.

Zum Beispiel kann ich jetzt „amtlich hupen“, mit einem für Schiffe über 12m Länge vorgeschriebenen, BSH-zertifizierten Horn. Dies musste durch das Schanzkleid des Oberdecks hindurchgeführt werden und braucht von unten eine Druckluftzufuhr.

Den kleinen Kompressor dafür konnte ich noch hinter der Plafondleiste unterbringen. Zusammen mit dem elektrischen Anschluss schon wieder ein ganzer Arbeitstag.

Das zu Hause vorbereitete Regal für die von uns so geschätzten roten Lebensmittelkisten, habe ich im Schlafzimmer eingebaut. Passt perfekt. Was durchaus erfreulich ist, gibt es doch in so einem Schiff kaum einen rechten Winkel, an dem man maßnehmen kann.

Die beiden größten Heldentaten spielten sich im Keller ab, und die Heldin war meist Maria – klein zu sein, ist im Maschinenraum ein nicht zu unterschätzender Vorteil! Wegen der öligen Finger gibt’s leider nur ein Bild von einem wichtigen Werkzeug nach dem Abwischen… Worum ging’s?:

Wir haben endlich einen Dieselfilter in die Leitung zu den Heizungen eingebaut. Und wir haben unter dem Hydrauliköltank, den wir dafür erst mal leerpumpen mussten (ca. 50l) den Schlauch gewechselt, der zur Hydraulikpumpe hinabführt – dafür der Schlüssel im Bild. Der alte Schlauch war nämlich ganz feucht, vermutlich porös.

Und dann stand ja noch die Neuinstallation der Duschleitungen an, die hinter der Duschkabinenwand einen Frostschaden erlitten hatten. Nun sind neue Leitungen verlegt, aber von außen zugänglich verkleidet… Auch fast ein Arbeigtstag. Nur die alten Anschlusslöcher möchten nun noch abgedeckt werden.

Und neben den geschilderten natürlich zahlreiche andere Kleinigkeiten, die so nebenbei auftauchen. Immerhin bei schönem Wetter, wenn es auch am Dienstag 39° im Boot wurden. Aber dafür gibt’s ja eine Badeplattform und herrlich weiches Saalewasser ringsum…

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Ein heißer Schreck…

Die zwei Stunden und zwei Schleusen nach Wettin verliefen unspektakulär bei kalten, aber trockenem Wetter, und wir freuten uns am Luxus des kleinen Steuerkastens mit seiner neu konstruierten schwenkbaren Halterung, mit der wir das Gerät direkt vor unseren Stuhl holen können.

Motor und Antrieb verhalten sich ganz brav, gelegentlich höre ich ein ganz leichtes Poltern von der Antriebswelle, was mich erst mal nicht sehr beschäftigt hat, denn sicher, so dachte ich, haben wir das früher nur nicht gehört.

Nach der gestrigen Beseitigung des Duschleitungs-Wasserschadens hatte ich ja Luken in den Boden des Bettkastens geschnitten, um von oben nachsehen zu können, ob dort auch Wasser hineingelaufen war. War es zum Glück aber nicht…

In Wettin angekommen, habe ich aber trotzdem nur so zur Sicherheit noch das nun erreichbar gewordene Stevenrohr angefasst – und einen dicken Schrecken bekommen: Es war warm. Am vorderen Ende, also Richtung Motorlager. Das mag ja noch normal sein. Wenn es dann aber nach hinten, zur Schraube hin, immer wärmer wird, dann muss es am hinteren Wellenlager ja schon richtig heiß sein. Und das, obwohl das von außen von Wasser umspült ist.

Und das ist nun der Stand der Dinge: Armin vom Bootsservice Wettin ist sicher, dass es eine fettgeschmierte Welle ist. Also muss mehr Fett rein. Wenn da aber irgendwo ein Fettkanal verharzt oder anders verstopft ist, muss das Boot wieder raus aus dem Wasser. Thomas Fischer meint das Gegenteil: Es ist eine wassergeschmierte Welle, da darf erst mal nicht mehr Fett rein, bis wir sie entlüftet haben, so dass von hinten genug Wasser eindringen kann. Dazu könnten wir über den Fettanschluss Druckluft durchblasen, bis ein Entlüftungskanal entstanden ist, und erst, wenn das Wasser bis vorne ist, wieder die Fettversorgung anschließen.

Wer mag Recht haben. Für mich sprechen mehr Indizien für Armins Theorie… Boot wieder raus? Da gehen wieder etliche Hundert-Euro-Scheine dahin. Und das, obwohl es gerade draußen war. Tja, meint Armin mitfühlend – wenn man so ein Boot draußen hat, sollte man immer die Wellenlager prüfen – auch wenn man bisher keine Probleme wahrgenommen hatte. Klug gesprochen, nun weiß ich das auch!

Zum ersten Mal habe ich die Lust verloren und verbringe den verbleibenden Tag in Wettin, ohne an etwas zu Schrauben…

Wieder daheim tröste ich mich damit, dass ja immerhin der Duschwasserschaden zur Herstellung der Zugangsluken geführt hat und ich erst dadurch überhaupt die Erhitzung der Welle mitbekommen konnte, was uns wahrscheinlich vor einem größeren Schaden auf unserer späteren Tour bewahren wird!

Zurück ins Wasser !?

Mitte April ein weiterer Besuch.

Freude: Die Persenning passt, als sei sie dafür gemacht. Was sie ja auch ist.

Eine weitere Verbesserung: Die große Dachluke hatte der Schiffsbauer eigentlich nur eingesetzt, um, falls nötig, den Motor nach oben herauskranen zu können. Aber wenn da schon so eine riesige Luke im Dach ist, will man sie ja auch sonst mal aufmachen…

…was allerdings bei ihrem Gewicht von 60 bis 80 kg niX für zwischendurch war. Nun hat auch sie hydraulische Heber bekommen – jetzt muss man von oben her richtig zudrücken.

Dann fand ich noch sinnvoll, mal der Frage nachzugehen, warum das Boot Luft in der Lenkhydraulik hatte. Und fand erstens den Zuführungsschlauch vom Tank zur Pumpe feucht – naja, Kleinigkeit, muss halt ausgetauscht werden, macht nichts, da ich ja auch im Kühlwassersystem sicherheitshalber alle Schlauchleitungen erneuert hatte, sollte das wohl Routine sein. Aber da war noch was: Der Hydraulikzylinder am Steuerruder hatte eine feuchte Schubstange. Naja, meinte Karina von der Fischer-Werft, bau erst mal aus. Was hinten unter den Rückwandverkleidungen des Bettes nicht ganz einfach, aber auch nicht ganz schwierig war. Tja, und was ist das für ein Zylinder? Das muss ein ältere holländischer Industriezylinder sein. Aber vielleicht würde es ein Land- und Baumaschinen-Hydraulikservice reparieren können? Tatsächlich, die Firma Seydel in Beesenlaubingen hat ihn entgegengenommen.

Für das Steuerrad hießt das jedenfalls erst mal „Stop“, nicht berühren, damit aus den nun offenen Leitungen am Zylinder kein weiteres Öl herausläuft. Zu Hause hatte ich dann Zeit, mir zu überlegen, dass das Entlüften ganz einfach sein müsste, wenn ich auf die Joystickschaltung umschalten würde – weil dann das Öl ja nicht geschlossen zirkuliert, sondern in den offenen Vorratstank zurückläuft.

Anfang Mai hat die Fischer Werft das Boot dann wieder ins Wasser gesetzt – mit bei 18 to. wohl aufgrund der erforderlichen Auslegerlänge schon arg ächzendem 60to-Kran.

Beim nächsten Besuch hieß es also, den Hydraulikzylinder wieder zu montieren und zu entlüften – das hat auch ganz einfach geklappt. Am Montag lieferte dann auch der Bernburger Mineralölvertrieb 1200l Marinediesel ans Schiff. Dann blieb nur noch: Wasser auffüllen und das Wassernetz in Gang setzen. Und schon kommt die nächste Baustelle:

Prima, kein Wasser läuft irgendwo hin, wo es nicht hin soll. Nichts plätschert. Also kräftiger aufdrehen, da sollen ja immerhin auch gute 1000 l hinein.

Während es läuft, schalte ich dann auch mal das Wasserwerk ein. Prima, läuft sauber an… Allerdings läuft es, und läuft es, und läuft es. Hat es evtl. noch nicht genug Vordruck vom Tank? Nach ein paar Minuten ein neuer Versuch. Es läuft, läuft, läuft. Ich höre plätschern. Laufe schnell zum Wasserhahn, kaum 40m Schlauchlänge entfernt. Komme zurück zum Boot: Es plätschert unvermindert. War wohl nicht die schlaueste Reaktion, erst zum Wasserhahn zu laufen, aber das Wasserwerk derweil laufen zu lassen. Denn, zum Glück, der Wassertank ist dicht. Aber hinten, im Schlafzimmer, oh je, einen Entwässerungshahn am Tiefpunkt der Leitung zur Dusche hatte ich zuzudrehen vergessen. Daher also das Plätschern – das vor Ort doch mehr ein ordentliches Zischen war. Schnell zugedreht das kleine Rädchen, und nun sollte sich doch Druck aufbauen, oder?

Aber nichts war’s, das Wasserwerk läuft und läuft und läuft, und es plätschert, nun von der anderen Seite des Schlafzimmers. Ein Blick durch die Bodenluke in den Bereich, in dem die Duschwasserabsaugpumpe steht, führt zum nächsten Schrecken: Da steht alles voll Wasser, und es kommt immer mehr. Schließlich die Erkenntnis: Wir haben einen Frostschaden. An der einzigen Stelle, an die man beim besten Willen nicht herankommt – und eben auch im Herbst nicht zum Entwässern herankam. Hinter der Duschwand!

Nun ja: Immerhin hatte ich eine Pumpe für solche Fälle als mobile Lenzpumpe bei meinem vorletzten Besuch vorbereitet und auch gerade eine 24V-Steckdose im Schlafzimmer installiert. Von der Werft noch schnell einen Schlauch geholt und damit erst mal das Wasser unten abgepumpt. Dann die kupfernen Wasserleitungen zur Dusche da, wo sie noch erreichbar waren, abgeschnitten (Hey, das kann das Fein-Multitool auch, ohne zu murren und ohne stumpf zu werden!), und mit Ermeto-Verschraubungen mit Blindstopfen drin die offenen Enden verschlossen.

Und dann die Erleichterung: Beim erneuten Einschalten des Wasserwerkes baute sich der Druck auf, wie es ein soll – Wasserversorgung steht wieder, bloß Duschen geht erst mal nicht. Da muss dann jetzt eine Zuführung von außen dran. Eigentlich Glück gehabt, denn die Verlötungen der Kupferrohre, die ich dann hinter der Duschwand hervorziehen konnte, wären bestimmt eines Tages, dann womöglich unterwegs, auseinandergefallen. Jetzt kann ich gleich alles richtig machen.

Damit war das Boot dann fertig für die am nächsten Tag geplante Überführungsfahrt, zwei Stunden Saaleaufwärts zum Liegeplatz.

Umbauten, Verbesserungen, Reparaturen…

Nun haben wir das Schiff schon fast ein Jahr! Und waren nicht faul – sondern haben, wenn es unser Jugendherbergsbetrieb zuließ, jeweils einige Tage auf und am Schiff verbracht. Und haben gebaut, solange es Tageslicht
und Kräfte erlaubten. Alles, was wir an Material brauchten, haben wir zwischen den Besuchen daheim bestellt, vorbereitet, hergestellt, verdrahtet, zusammengeschweißt, auseinandergeschnitten oder was immer nötig war.
Nur um dann vom nächsten Besuch mit einer neuen Liste von Vorbereitungsaufgaben heimzukehren.

In 2018 haben wir so ungefähr 450 Stunden zusammenbekommen, zu Hause und am Schiff, für 2019 habe ich ungefähr 400 weitere Stunden als Bedarf ausgerechnet. Das kommt tatsächlich einer halben Vollzeitarbeitsstelle gleich!

Natürlich blieb es nicht bei den angekündigten Änderungswünschen. Besonders die Elektrik hat uns immer wieder überrascht und tut es noch. So war das dicke Hauptkabel von der Batterie, so ein 50mm2-Schweißkabel, zweifach aneinandergeflickt, mittels Kupferhülsen, die aber nicht verpresst, sonder spärlich mit Lötzinn ausgekleckert waren, drum herum dann reichlich Isolierband. Wir haben auch verstanden, warum nicht alle 12V-Geräte so richtig aus waren, wenn wir den Batterietrennschalter ausgeschaltet, das Landstromkabel aber noch eingesteckt hatten: Das Ladekabel war nämlich hinter dem Trennschalter angeschlossen. Folge: Keine Batterieladung bei ausgeschaltetem Trennschalter, dafür aber nicht von den Batterien geglätteter Strom vom Ladegerät im 12V-Netz. Zum Glück haben die Geräte das alle mitgespielt. Ja, am Ende haben wir richtig viele Stecker, Schalter, Verbinder, Sicherungshalter, Klemmen gewechselt, geändert, anders verdrahtet usw.

Und hier noch ein Bild von einem Kühlwasserschlauchverbinder, der mich motiviert hat, lieber gleich alle Kühlwasserschläuche durchweg zu erneuern.

Jaja, sowas taucht dann alles so nebenbei auf…

Aber nun zu den Änderungwünschen. Los ging es in Wettin am Steg vom dortigen Bootsservice von Armin Brade, wo das Boot bis zum Oktober lag:

Gleich bei dem ersten Besuch nach der Überführung haben wir erst mal eine kleine Werkbank auf das Achterdeck gestellt. Wie soll man denn sonst vernünftig arbeiten?

Auch auf dem Bild: inzwischen hat die schwere Eingangsluke einen hydraulischen Heber. Schon geht’s ganz leicht!

Hier ist schon viel passiert – mehr, als das Bild erahnen lässt: Die Sofaecke ist nicht nur ca. 80cm nach vorne gewandert, sondern hat auch ein komplett neues Untergestell, das unsere geliebten Kunststoffboxen aufnehmen kann. Der Raum war voher verschenkt.

Und der neue Kasten dahinter ist nicht nur ein Kasten: Hier drin befindet sich das aus dem Schlafzimmerschrank weg verlegte WC nebst Waschbecken. Hierfür mussten natürlich auch ordentlich Leitungen verlegt werden, dicke Löcher durch 5mm-Stahlwände gebohrt werden, Fußbodenluken geändert werden. Die Wände stehen genau auf Trennwänden im Motorraum, so dass alle Bodenluken noch geöffnet werden können. Und da ein Teil der WC-Wand nach Hochklappen des Sofas weggeklappt werden kann, ist das Stromaggregat nun viel besser zugänglich als vorher – als wir noch unter das Sofa kriechen mussten, um den Seewasserfilter zu erreichen… Auch auf dem Bild: Die mit heimischer Nähmaschine auf ein vernünftiges Maß gekürzten Gardinen…

Zu Hause vorbereitet, im Sommer eingebaut und bei den weiteren Besuchen nach und nach vervollständigt: Der neue Aufsatz mit elektronischen Dingen.

Von links nach rechts: Ladehalterung für das schnurlose Bedienteil des neuen Funkgerätes, Steuer-SPS für die Heizungsanlage und darunter die zu den Dieselheizungen gehörenden Steuereinheiten, Schalter für 220V-Geräte, darunter das Funkgerät selbst, ein Simrad RS35 (Das alte Funkgerät bleibt eingebaut und dient zum Mithören auf Kanal 10, es konnte noch kein ATIS, DSC oder gar AIS-Empfang, gehörte also in Rente…). Als nächstes kommen die beiden Auspufftemperaturüberwachungen für Motor und Generator, die uns warnen, wenn irgendwas mit der Seewasserkühlung der Auspuffe nicht stimmt oder sie wegen sonstiger Motorprobleme zu warm werden. Weiter rechts folgt das Bedienpanel für die automatische Lenzpumpe (es war gar keine eingebaut!!!), darunter das Autoradio zur Unterhaltung und schließlich, wer hätte es erkannt, der rechte Lautsprecher für’s Radio. Der kleine schwarze Knopf links darüber hat es in sich: Es ist eine Einbau-USB-Ladebuchse, aber so modifiziert, dass sie die seriellen GPS- und AIS-Daten des Funkgeräte über einen RS232-USB-Wandler an einen angeschlossenen PC weitergeben. Auf dem kann dann ein Seekartenplotterprogramm laufen.

Wie viele Kabel aus dieser Box in verschiedene Richtungen verlaufen, mag sich der geneigte Leser selbst ausmalen. Es müssten so um die 60 Adern sein!

Auch auf dem Bild zu sehen, wenn auch nur in einer Ecke: Einer der neu eingebauten Heizkörper. Apropos Heizung:

Hier seht ihr, im Motorraum verbaut, zu Hause vorbereitet, die beiden Dieselheizungen mit je 5kW Wärmeleistung. Links auch den Warmwasserboiler, rechts den offenen Verteiler in die beiden Heizungskreisläufe.

Mehr über die Heizungsanlage findet Ihr unter „Das Schiff“ > „Technik“. Beim Vorbereiten und Zusammenbau hat mir unser Hausmeister Ronald mächtig geholfen, er war auch zwei Mal mit am Schiff. Und wenn uns vor Ort Teile fehlten, gab’s bei der Wettiner Heizungsbaufirma Helmut Danzer alles was das Herz begehrt und Rat und Hilfe vom superfreundlichen Chef. Vielen Dank an beide!

So eine Heizung braucht ja soo viele Anschlüsse: Wasserkreislauf Hin und wieder heraus, Strom, Strom für die Umwälzpumpe, eine Dieselzuleitung mit Filter und Abzweig aus dem Haupttank, eine Abgasleitung durch den Bootsrumpf nach außen, Zuluft… Und das alles doppelt…

Auch der ursprüngliche Geräteträger, der sich anstelle eine Mastes über das Achterdeck spannte, und wohl ein wenig Yachtatmosphäre verbreiten sollte, gefiel mir gar nicht, zumal auch die Verkabelung wieder in recht miesem Zustand war. Wir haben den Träger komplett abgebaut, und einen eigenen, kleinen, weniger protzigen Mast konstruiert.

Der ist nun vorn am Schanzkleid des Oberdecks angebracht. Die Kabel dorthin zu führen, war ganz schön schwierig, auf dem Bild seht Ihr den Rohrkrümmer, welcher hinter dem Schwanenhals weiter führt, herunter zum Bodenblech des Decks, durch welches die Kabel ins Innere geführt sind. Er trägt die Antennen für die beiden Funkgeräte, Anker und Toplicht, Windmesser, Gps-Antenne und DVB-T-Antenne. Im Gegensatz zum megaschweren alten Geräteträger kann der Mast mit leichter Hand von einer Person nach vorn umgelegt werden, wenn Brücken oder Tunnels zu niedrig sind.

Im November haben wir dann das Schiff auf der Fischer-Werft in Alsleben auf Böcke setzen lassen. Weil es tatsächlich mit leeren Tanks 18 to wiegt, mussten sie dafür eine anderen Kran kommen lassen, ihr eigener kann leider nur bis 15to heben. Die Werft eine richtige Berufsschiffswerft mit Helling, aber auch für Freizeitboote eine tolle Basis, um am Schiff zu arbeiten. Es gibt jederzeit Rat von Carina, Bernd oder Thomas Fischer, man hat alle Freiheiten, dort zu arbeiten, zu schleifen, zu schweißen, zu flexen, man bekommt vom Schiffsmaler professionelle Anstriche in beliebig kleinen Abfüllungen, auch schon angemischt, die Toiletten und Duschen der Mitarbeiter stehen zur Verfügung und sind blitzsauber. Und ganz nebenbei kriegt man viel vom Werftbetrieb mit und kann auch durch Beobachtung einiges lernen.

Nachdem die Werft das Boot noch abgekärchert hatte, zeigte sich, dass das Weich-Antifouling, das vor einem Jahr noch sehr gut aussah, nun doch arg reduziert war.

Wir haben also alle Schadstellen, die bis zur oder in die Grundierung hinein reichten, mit 2K-Grundierung behandelt (schwarz) und darauf hin drei neue Schichten Hempel Classic Antifouling aufgetragen, jetzt haben wir eine Schichtdicke von 200 Micrometer erreicht.

Wir hoffen, damit durch die nächsten zwei Jahre im Wasser zu kommen. Auf dem Bild ist die Unterseite und der Kiel schon fertig beschichtet, der Wasserpass hat noch keinen neuen Antifoulingauftrag.

Und weil wir es daheim gerade fertig bekommen hatten, habe wir dort in Alsleben auch das Gestell auf das Achterdeck montiert, dass die Persenning tragen soll.

Die liegt auch schon fertig beim Planenmacher, der Firma Iffländer in Dingelstädt. Eine kleinere Zusatzpersenning (die ist probeweise schon dran) befindet sich noch oberhalb der Einstiegsluke, damit es da nicht immer gleich hereinregnet.

Den Landaufenthalt habe wir auch genutzt, um auf der Backbordseite die Hutzen über den Motorzuluftkanälen umzudrehen. Wir haben sie mit der Flex gerade abgetrennt und umgekehrt gerichtet wieder aufgeschweißt.

Die Öffnungen waren nämlich merkwürdigerweise nach vorne gerichtet – da hat der Schiffbauer damals wohl nicht aufgepasst – ich kann jedenfalls keinen Sinn darin sehen, bei 10km/h dürfte auch der Fahrtwind nicht die Rolle spielen, dem Motor irgendwie mehr Luft zuzufächeln. Wenn das Boot aber mal ordentlich Welle von vorn bekommt, wäre das Wasser in die Lufthutze geschwappt und in der Bilge ausgekommen.

Auch auf dem Bild: Noch eine kleiner Regenabweiser über den beiden Auspuffdurchführungen der Heizungen. Außerdem weiter hinten eine zusätzliche Stütze, die wir auf beiden Bootsseiten eingeschweißt haben, um die Persenningstützrohre zu stabilisieren. Die hatten wir zwar mit dem Geländer verschraubt, das war aber dort, mitten zwischen zwei Pfosten, selbst recht nachgiebig.

Weiterhin hat das schon im Sommer 2018 fertig gebaute neue Steuerpult für die Außensteuerung ihren Platz gefunden. Sie ist verstellbar, so dass man sie, je nach Sitzposition, zu sich holen kann.

Man kann sie aber auch nach vorn über das Vorderdeck schwenken, was bei einem Einhand-Anlegemanöver hilfreich sein dürfte. Mal schauen, ob sich das bewährt. Das Pult selbst hat seine Erprobung schon hinter sich, wir haben damit die Fahrt von Wettin nach Alsleben gesteuert. Klappt viel besser als das alte, fest eingebaute, bei dem die beiden Joysticks nebeneinander lagen, so dass sie immer leicht zu verwechseln waren.

Und noch drei weitere Schweißarbeiten auf der Werft:

Die auf dem ersten Bild haben wir einen Werftschweißer ausführen lassen – darunter war der Auspuff zum in der Badeplattform befindlichen Fäkaltank hin so böse verrostet, dass ich ihn mit einem Hammer durchschlagen konnte. Das waren mal 6mm Blech! Klar, hier kommen bei laufendem Motor das Gemisch aus Abgasen und Kühlwasser heraus, zugleich aber, weil direkt an der Wasserlinie, schlägt auch Kabbelwasser sogar bei still liegendem Schiff ständig in das hinterste Ende des Auspuffkanals hinein.

Wir haben die ganze Strecke aufgetrennt, der Werftschweißer hat zunächst zur Tank hin eine VA-Platte aufgeschweißt und darauf dann ein U-Profil, damit es wieder ein geschlossener Kanal wurde.

Auf dem zweiten Bild was für das gute Aussehen: Der Anker hatte ein paar Macken in den Lack geschlagen. Damit das nicht wieder passiert, wollte ich gerne, wie bei manchen Yachten üblich, eine VA-Platte in dem Bereich aufschweißen. Das haben wir selbst gemacht, denn 1.2mm VA-Blech auf 6mm Normalstahl -da hat der Werftschweißer gestreikt – bzw. darauf hingewiesen, dass das weder schön noch schnell gehen würde. Er sollte Recht behalten, aber rundum dicht geschweißt ist es. Die Naht ist auf dem Bild noch grundiert und überspachtelt, inzwischen ist die ganze Umrandung auch weiß überlackiert und das ganze sieht aus wie aus einem Guss.

Auf dem dritten Bild ist die Beule zu sehen, die ich seinerzeit in Holland gefahren hatte. Siehe hier… Wir haben es aber vernünftig gemacht: Die ist nicht cm-dick ausgespachtelt, sondern wir haben die Vertiefung mit einem passend geschnittenen 3mm-Blech ausgelegt und umschweißt. Die Spachtelmasse ist nur fein darübergezogen. Inzwischen ist sie auch noch weiß lackiert, und nun muss man schon wissen, dass da was war…