Drei-Flüsse-Tag

Die erste kleine Rheinetappe ist gemeistert – und das sogar zu Berg! Wir haben heute die letzten zwei Moselschleusen hinter uns gelassen und hinaus ging’s, um’s „Deutsche Eck“ herum, in den Rhein. Rheinaufwärts, 6km, um dort dann in die Lahn einzubiegen.

Zu Cochem gibt es hier noch ein Elodie-Suchbild, von der Burg herunter fotographiert.

Und übrigens: Es ist die ganzen drei Tage niemand gekommen, dem wir Geld hätten geben können für das Liegen am Stadtkai.

Nach den drei Nächten gegenüber der Burg Cochem hatten wir noch eine im kleinen Yachthafen Löf, ganz nett und nett empfangen, der Blick zur Burg Thurant wird leider durch eine große Straßenbrücke verstellt, so ist es dann auch eine etwas weniger ruhige Nacht, was uns aber nicht am tiefen Schlaf hindert.

Von Cochem bis Löf hatten wir auch Passagiere an Bord, mehr denn je, nämlich gleich fünf! Und hatten auch noch gut Zeit, ein paar Stunden zu ankern und in der Mosel zu baden.

Heute, gleich nach Löv an der ersten Schleuse hatten wir etwas Pech, ein großer Koppelverband brauchte die ganze Kammer, bis die Schleuse wieder oben war, verging über eine Stunde. Die Schleuse Koblenz hat dann aber zwei Kammern, wir konnten mit drei Sportbooten nach kurzer Wartezeit hinab. Und da es an beiden Schleusen Wartekais gab, war das alles ganz easy.

Es ist Samstag, endlich schönes Wetter und noch Ferien: Da gibt die Mosel ein ganz neues Bild: Badende, Paddelnde, Boote jeglicher Größe, Wassermotorräder. Aber auch: je weiter wir nach Koblenz kommen, um so deutlicher merkt man: Mit der gegenseitigen Rücksichtnahme ist es nun vorbei. Die Wassermotorräder und Flitzersportboote scheren sich nicht um ihren Wellenschlag und donnern mit Vollgas an allem vorbei, was da sonst noch so schwimmt. Schade…

Das Moseltal zeigt sich noch einmal prächtig – faszinierend ist die Steilheit so manchen Weinberges, kaum vorstellbar, dass man darin arbeiten kann, und auch die kleinen Einschienen-Zahnradbahnen, an denen so kleine Arbeitswägelchen mit Mann und Maus da hochfahren, erfordern vom Benutzer bestimmt einigen Mut!

Aus der großen Kammer der Koblenzer Schleuse war kurz vor uns war ein 130m langes Kreuzfahrtschiff ausgefahren. Wir hören im Funk mit, dass das andere Sportboot aus unserer Kammer dort nachfragt, was es vorhabe, der Kreuzfahrtkaptain erkläft in gebrochenem Deutsch, dass er nur auf den Rhein hinaus fahre, dort drehe, und gleich wieder in die Mosel hinein, um dort anzulegen. Er macht aber gleich darauf was ganz anderes: er legt sich in der Moselmündung komplett quer, hinten und vorne nur wenige Meter frei lassend, und dreht schon dort. Na toll!

Nun aber raus auf den Rhein! Werden wir gut gegen den Strom ankommen? Wie wird das nun tatsächlich mit der Berufsschiffahrt und dem Linksverkehr?

Es wird prima. Wir schaffen mit stetigen 1600 Umdrehungen stetige 5,5km/h – die Rheinströmung liegt bei ca. 8km/h, wir machen also 13,5km/h im Wasser, unsere normale Rumpfgeschwindigkeit. Elodie läuft wie’s Nähmaschinchen und freut sich wohl, mal wieder frei drehen zu dürfen. Der Rhein ist voller Wirbel und kabbelig, also heißt es weit öfter, als wir es in diesem Jahr bisher kannten, ordentlich am Ruder arbeiten. Aber dafür ist es ja da. Die Schiffsdichte ist, nachdem wir die Moselmündung hinter uns gelassen haben, recht entspannt. Kein Schiff überholt uns zu Berg – die schaffen zwar bis zu 9km/h, aber es kommt einfach keines. Die erste Brücke noch am deutschen Eck ist interessant: Hier ist der linke und rechte Brückebogen für die Bergfahrt freigegeben, die Talfahrt benutzt den mittleren Bogen. Danach, oberhalb der Brücke, haben dann alle Talfahrer die blaue Tafel draußen, wir fahren schön links am Fahrrinnenrand, und es ist wirklich so viel Platz überall, dass es entspannt bleibt.

Auf dem Tablet vor dem Ruder sehen wir die Navionics-Karten mit Tiefenlinien, Buhnen und Tonnen in großem Maßstab, auf dem beweglichen Bildschirm, den wir mit dem Laptop verbinden, in kleinerem Maßstab alles, was so an Schiffsverkehr auf uns zu kommt. In dieser Kombination werden wir den ganzen Rhein hinabfahren, das spielt gut zusammen.

Nach einer und einer viertel Stunde sind wir fast an der Lahnmündung, links ist noch ein Fahrgastanleger und im AIS sehen wir ein entgegenkommendes Fahrgastschiff. Wir vermuten, dass es da bestimmt hin will und also herüberkommen wird, fragen es per Funk an, und bekommen sehr nett Antwort, dass er uns noch in die Lahn hinein lässt und hinter uns an den Steg geht. So muss das laufen mit den Funkabsprachen!

Und nun also, wenige Meter weiter, das völlige Gegenteil zum riesigen Rhein: Die kleine Lahn, ein reiner Freizeitfluss, die Schleusen wieder so klein wie die in Frankreich, mit nettem Schleusenwärter, der die Leinen annimmt, festmacht, und so langsam die Schütze öffnet, dass es im Wasser schön ruhig bleibt. Niedrige Brücken – auf den ersten Metern sind wir gleich kurz liegen geblieben und haben den Mast gelegt und das Verdeck abgesenkt. Das Bild zeigt die Schleuseneinfahrt, ganz links.

Unser Plan ist, dass wir bis Dietz fahren und dort dann nach einem Tag umkehren. Bis Limburg, 11 Schleusen, und dann wieder zurück, nö, das ist uns zu lang, und Limburg kennen wir auch.

Einen Liegeplatz finden wir oberhalb der ersten Schleuse, hier gibt es einen Steg entlang der Zufahrt zu einer früheren kleinen Schleuse, mit einer Biergartengaststätte.

Wir sind sehr zufrieden, dass es mit dem Rhein so gut geklappt hat, und blicken der Rheinabwärts-Fahrt nun um einiges entspannter entgegen!

Und als kleines Bonbon: Hier als pdf-Datei drei Bilder von Webcams, die uns auf dem Rhein erwischt haben:

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