Aufregend schöne Saar

Von Saarbrücken ging es in den letzten Tagen die Saar hinab, nun liegen wir in Luxemburg, ganz unten in Wasserbillig. Dort gibt es einen langen Anlegekai für Fahrgastschiffe mit einer digitalen Anzeige, wann das nächste Schiff kommt – bis dahin darf man dort liegen. Einfach und genial. Wir verbringen hier zwei Nächte und mussten heute von 10:55 bis 11:05 kurz ablegen, das nächste Schiff kommt erst am Samstag.

Und gleich noch ein toller Service: Tanken stand für die Moselstrecke an. In Luxemburg kostet Diesel an der Tankstelle nur 1,23€ pro Liter. Und wir haben gestern einfach einen Tankwagen bestellt, der kam gleich heute früh und hat uns 600l zum gleichen Preis in den Tank laufen lassen. An den deutschen Moselhäfen kostet der Liter 1,55€… Ein großer Vorteil unseres großen Tanks: für 600 oder 1000 Liter kommt so ein Tankwagen – für 100 oder 200 nicht.

Die Saarstrecke war überraschend schön – das Tal eng, praktisch direkt vom Fluß aus geht es in die Höhe, in gewundenen Schleifen, links und rechts auf den Hängen Wälder. Und anders als an Rhein und Mosel auch im schönsten Mittelabschnitt ohne laute Straßen oder Bahngleise.

Wir genießen es, endlich wieder auf einem richtigen Fluss zu fahren, mit 12km/h, ohne das Dach herunterkurbeln und den Antennenmast umlegen zu müssen, weil die Brücken endlich wieder hoch genug sind. Es gibt zwar Berufsschiffsverkehr, aber so wenig, dass es keinerlei Stressmomente beinhaltet. Wir sind allerdings froh, dass wir keine Begegnung hatten mit einem 180m langen Schubverband in einer der engen Kurven – da brauchen die nämlich die gesamte Flussbreite, einfach aufgrund der engen Kurve. Der Bug ist außen, die Mitte innen, das Heck wieder außen. Da bleibt niX für ein anderes Boot… Wieder freuen wir uns, dass wir in ein vernünftiges AIS-System investiert haben, denn so sind wir vor jeder Kurve sicher, dass da niX berufliches entgegenkommt.

Wir haben aber unser erstes „blaue Tafel“-Erlebnis: In einer leichten Kurve kommt so ein Schubverband entgegen und fährt mit dem Bug Außenkurve und damit im Linksverkehr. Er kommt mit blauer Tafel entgegen und wir steuern deutlich nach links. Als wir auf seiner Höhe sind, klappt er die Tafel wieder ein. Prima, er hat sie also für uns geklappt, was die Berufler bei Sportbooten nicht müssen. Wahrscheinlich hatte er schon im AIS gesehen, dass da was kommt. Hoffen wir, dass das auch in den Moselschleifen so reibungslos vonstatten geht.

Wir verbringen zwei Nächte an einem der zahlreichen freien Anlegestellen an der Saar – und die Stelle kommt auf jeden Fall in die Top Ten unserer Liegeplätze. Mehr geht eigentlich nicht… Ein Ausflug zur Burg Montclair, einer Ruine oben auf der „Saarschleife“, bot einen tollen Ausblick. Und wir wurden nicht mal nass, der nächste Regenschauer kommt erst, als wir wieder „daheim“ sind! Damit es nicht langweilig wird in all der schönen Natur, befindet sich die Liegestelle neben der Schleuse Mettlach, wir können also auch immer mal den vorbeikommenden Schiffen beim Einfahren zuschauen. Es sind aber nur sehr wenige am Tage, die Schleusenwärter haben hier kein stressiges Leben… Wie die Schiffer ihre 180m langen Ungetüme aus der Saarkurve heraus exakt gerade in die nur einige cm breitere Schleuse einschieben, ist immer wieder beeindruckend.

Die Saarschleusen sind prima, sie haben nämlich auch noch eine „kleine Kammer“ – immer noch deutlich größer als die französischen Kanalschleusen – für Sportboote und Ausflugsschiffe. Dadurch gab es praktisch keine Wartezeiten. Es gibt immer Wartekais vor den Schleusen. Und die Füllung bzw. Leerung erfolgt von unten, so dass es keinerlei Wasserbewegung gibt. Eigentlich bräuchte man sich gar nicht festmachen. Die Fallhöhe geht bis zu 16m, in der schmalen Kammer ein recht eindrucksvolles Bild!

Gute Nacht in Wasserbillig, das eigentlich Dieselbillig heißen müsste. Wahrscheinlich der älteste Scherz hier, den die Wasserbilliger gar nicht mehr hören mögen!

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