Urlaubsurlaub

Weiter führte uns unsere gemächliche Fahrt über Aurich nach Emden, bis zur Kesselschleuse – die ist etwas besonderes und in Europa einmaliges: Sie gleicht einem großen runden Topf, und es kommen von vier Seiten Kanälen an, über je eine Schleuse mit dem Topf verbunden. So können Schiffe aus jeder Richtung in jede Richtung geschleust werden, bei theoretisch vier verschiedenen Wasserständen. Das ganze natürlich auch schon über 100 Jahre alt. Ein paar Eindrücke davon:

Hier liegen wir nun schon seit Mittwoch, und wir werden noch bis Dienstag früh hier bleiben – eine ganze Woche also an einem Ort, das hatten wir lange nicht mehr. Es ist einfach wunderschön hier – nicht nur das direkte Umfeld der Schleuse. Denn zur einen Seite sind es nur wenige Schritte oder Pedaltritte zur Emder Innenstadt, zur anderen ist man sofort im ländlichen Ostfriesland, mit dem schiefsten (Kirch-)turm der Welt in Suurhusen, dem „großen Meer“, das tatsächlich ein äußerst flacher, aber großflächiger Binnensee ist, Windmühlen und Wasserschloss in Hinte, und einfach schöner Landschaft aus Weiden, Wäldchen und Kanälen. Die Emder Innenstadt, geprägt von mit kleinen, historischen Häusern gesäumten Grachten, sowie großen, weitläufigen Gewässern und Hafenbecken, in denen Schiffe aller Baujahre und Größen liegen, ist ebenfalls wunderschön.

Wir erkunden die Innenstadt auch mit Elodette:

Besonders beeindrucken uns die perfekt organisierten Radwege, mit eigenen Ampeln und Ampelphasen, Fahrradstraßen, Einbahnregelungen. Wir müssen richtig lernen, damit umzugehen… Für anarchisches Radfahren, wie es in Mühlhausen ganz unvermeidlich war, gibt es hier wirklich keine Ausrede. Selbst wenn im Zuge von Baustellen lokale Umleitungen hergestellt werde, gibt es Extra-Lösungen und Fahrwege für die Fahrräder!

Wir kümmern uns nebenbei auch mal wieder um Elodie, neben kleineren Farbausbesserungen hatten wir hierhin auch eine Dichtung für die leicht leckende Schaltwelle des Getriebes bestellt, die wir nun einbauen, sowie eine Temperaturanzeige für die Auspufftemperatur, die, anders als die bisherige, auch einen Alarm auslösen kann, wenn er zu heiß wird. In dem Zuge ändern wir auch noch die Kühlwassertemperaturalarmierung. Also mal wieder ein bisschen Elektronikbastelei:

Das Wetter ist erstaunlich aprilähnlich, aber die sonnigen Phasen überwiegen stark, wir sind viel draußen, unterwegs oder auf Deck, und genießen die gute Laune der Menschen, die hier ringsum per Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Lange haben wir nicht mehr so viel Lachen, fröhliche Begrüßungen und muntere Gespräche erlebt, und noch nirgends sonst wurde uns so oft ein „Guten Appetit“, „Moin“ oder „gute Fahrt“ von Passanten spontan zugerufen. Man muss sie mögen, diese zufriedenen Ostfriesen.

An Bord besucht uns eines Abends auch Erwin, der mit seinem Boot vor uns liegt, aus Emden ist, und uns spannend und lebendig Stadtgeschichten von Kommunisten und Nazis, Likörbrennereien und Aalen im Freibad erzählt. Und Reinhard aus Butjadingen besucht uns noch mal und bringt dieses Mal auch Susanne mit!

Am Dienstag soll es dann weitergehen, gleich um 8 Uhr, durch die Emder Klappbrücken, die große Eisenbahnklappbrücke (die wird um 9:55 geöffnet), durch die „Emden Lock“ hinaus auf den Dollart und mit der Tide emsaufwärts nach Leer. Dabei will uns unser Mühlhäuser Freund und grüner Mitstreiter Tino begleiten – wir freuen uns auf den Besuch.


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