Qualität – ein Anspruch von gestern??

Hier muss ich mal ein bisschen meckern:

Wir haben ja seit Sommer 2018 viele neue Dinge eingebaut.

Und erleben mit Schrecken, wie viele dieser neuen Dinge schon jetzt, nach kurzem Benutzen, kaputt sind:

  • Die Gasdruckfeder, die unser Eingangsluk hebt, hat keinen Druck mehr,
  • Das eher teure Simrad-Funkgerät funktioniert nicht richtig, die interne Funkverbindung zwischen dem mobilen Handset und dem eingebauten Geräten ist sehr gestört,
  • Der DVB-T-Empfänger empfängt noch, aber alle Tasten und Knöpfe sind nach einigen Minuten Laufzeit wirkungslos, man kann ihn nicht mal mehr ausschalten,
  • Die Wind- und Wetterstation, die ihre Außengeber auch über eine interne Funkverbindung empfängt, tut von Anfang an nicht, was sie soll, der Regenmesser steht selbst bei Sturzregen bei Null, die Temperaturwerte sind manchmal völlig unsinnig…
  • Die Navionics-App hat mehrere Fehler – bedenklich sind davon die falschen Brückenhöhen in Berlin. Auch eine Einstellung wird immer nicht mit gespeichert.

Man muss sich schon wundern, wie schlechte Qualitäten so verkauft werden. Dagegen: Alle „alten“ Sachen am Schiff lassen sich nach 30 Jahren noch selbst reparieren, alle Ersatzteile sind noch erhältlich und innerhalb weniger Tage vor Ort…

Interessant aber auch, wie unterschiedlich die Lieferanten damit umgehen:

Der holländische Lieferant der Gasdruckfedern bittet, ein Foto der eingebauten Feder zu mailen, und schickt dann sofort, ohne die kaputte zurück haben zu wollen, eine neue los.

Navionics hat immerhin einen sehr netten Support, der schnell zurückmeldet, dass die Fehler weitergegeben wurden und im nächsten Update behoben werden.

Die großen Lieferanten AWN und SVB hingegen zeigen sich wenig hilfsbereit. AWN antwortet überhaupt nicht auf Mails, telefonisch erreicht man nur die Bestellhotline, die regelmäßig ihre Nichtzuständigkeit erklärt und auf andere Durchwahlen verweist, mit denen man doch wieder bei der Bestellhotline auskommt. Nach fünf Wochen gelingt es mir, mit jemand zuständigem zu telefonieren. Ich müsse das Funkgerät ausbauen und einschicken, AWN schickt es dann weiter zu Simrad, und nach einer unabsehbaren Zeit von vielen Wochen kommt es dann zu AWN und dann zu mir zurück. Wenn man weiß, mit wie vielen Kabeln so ein Funkgerät verbunden ist, und wenn man weiß, wie wichtig ein Funkgerät auf berufsschiffsbefahrenen Wasserstraßen ist, muss man sich doch wundern, wie egal das dem schicken und wohl auch größtem Lieferanten von Bootszubehör ist… Auch SVB lässt sich den DVB-T-Empfänger zuschicken, selbst nach zwei Wochen bekommt man nicht mal eine Eingangsbestätigung, auf Nachfrage wird mitgeteilt, dass das Gerät eingegangen sei und an den Hersteller weitergeleitet WIRD (nicht etwa „wurde…“)! Nun ja, zwei Monate ohne Fernsehen sind nur Luxusverzicht, im Gegensatz zu dem sicherheitsrelevanten Funkgerät.

Mein Fazit: Ich werde empfindliche technische Geräte zukünftig nur noch bei kleinen Fachlieferanten bestellen, wie https://www.nordwest-funk.eu/shop/ , dem Klabautershop von Jan, der die Produkter des Profi-Großhändlers Mörer vertreibt oder beim „Bootsladen„, der die Produktpalette von Bukh Bremen an Endkunden verkauft.