Wenn Urlaub zur Normalität wird

Über die letzten Tage gibt es nichts spektakuläres zu berichten. So darf es auch gerne erst mal eine Weile bleiben!

Wir haben in Plaue noch eine Nacht am freien Kai am Schloss angelegt, wo wir uns abends an einem vollständigen Regenbogen erfreuen konnten…

…und aus dem jenseits dieser Brücke reichlich blühenden Holunder Saft angesetzt haben…

…und des nächsten Morgens einen Fischlehrpfad begangen haben.

Deser „Lehrpfad“, installiert von der Plauer Fischereigenossenschaft, besteht im Wesentlichen aus im Genossenschaftsgelände aufgestellten Bildern von … Na? … richtig geraten: Fischen!! Dazu dann jeweils fachliche Informationen und die Bedeutung für „den Angler“. Wir haben dennoch etwas endgültig gelernt, was wir aus unseren spärlichen Anglerkontakten schon zunehmend erahnt hatten: Angler angeln nicht um Nahrung, sondern aus Kampfgeist… Die Qualität eines Fisches wird daran gemessen, wie viel Geschick, Kraft und Intelligenz er dem angelnden Menschen entgegenhält, dass dieser sich daran messe. Das heißt, ein nicht geringer Teil der Menschen steigert seinen Stolz durch den widerkehrenden Beweis, intelligenter und/oder stärker als ein Fisch zu sein!! Ist der Beweis erbracht, wird der Fisch wieder ins Wasser geworfen, er hat seine Schuldigkeit getan. Kurzum – jetzt verstehen wir, warum uns Angler immer schon suspekt waren. Bis auf die seltenen, die ihren Fang dann auch essen, natürlich.

Weiter ging es in den Trebelsee, wo wir bei sommerlichem Sonnenschein dann drei Nächte vor Anker verblieben – hier war der Grund wohl sandiger oder kiesiger, unser Anker hielt sofort und dauerhaft. Hier stand dann ein Bootsausflug mit Elodette an, Baden, Lesen. Blechstrandleben quasi.

Am zweiten Seetag hieß es dann zum ersten Mal —->>>>

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Richtig: Deckschrubben!

Damit das Boot fein genug für die Großstadt wird!

Das hat tatsächlich einen weiten Teil des Tages in Anspruch genommen, denn der extra gegen die Gefahr des Ausrutschens raukörnige Decksanstrich hält eben nicht nur Füße fest, sondern auch Dreck, der da richtig rausgebürstet werden muss. Nun ja, es war auch das erste gründliche Reinigen nach zwei Jahren, in denen wir ja mit unseren Arbeiten auch einiges an Spuren hinterlassen hatten.

Daran anschließend haben wir dann auch gleich noch die zehn oder zwölf kleinen Rostansätze, die wir im Lack entdeckt haben, aufgeklopft und grundiert, um sie in den nächsten Tagen mit dem weißen Lack abzudecken.

Besonderen Besuch hatten wir in Gestalt einer Ringelnatter, die mitten im See bei uns herumschwamm:


Vom See aus ging es weiter nach Werder/Havel, wo wir nun für eine Woche über Pfingstgen im Hafen Dietz zu einem fairen Preis untergekommen sind.

Die Tage füllen sich mit Radtouren nach Werder und Potsdam, Besuch einer von Marias Berliner Freundinnen.


In Potsdam haben wir großes Glück: Wir besteigen den Turm (so steht es dran, aber tatsächlich besteigt man die Kuppel) der Nicolaikirche, was an sich schon recht spannend ist – der Weg führt aber auch über die Orgeletage, und auf dem Rückweg dürfen wir die Probe eines (nach unserem laienhaften Urteil erstklassigen) Organisten zuhören, der da nicht nur alle Möglichkeiten der Orgel ausschöpft, sondern auch mit ihr zu tanzen scheint, wenn er mit allen Händen und Füßen betörende Klänge aufruft.

Wieder zurück im Hafen ist es relativ windig und sehr wellig, zum ersten Mal erleben wir, wie es ist, wenn das Schiff mehrere Tage ständig ordentlich schaukelt und schwingt. Und siehe – es ist gar nicht so schlimm!

Weil die Wellen auch immer in den Auspuff hineinschwappen, öffnen wir nach zwei Tagen einmal wieder den Auspuffkrümmer, aus dem im Winter Wasser heraustropfte, um zu prüfen, ob unsere Maßnahmen vom Herbst gefruchtet haben. Ja, sie haben! Es ist alles trocken – und auch das Motoröl weiterhin schön honiggelb.


Sonnenuntergänge gehören nun zu unserem frühsommerlichen Alltag:

Ein Gedanke zu „Wenn Urlaub zur Normalität wird

  1. Tach, ihr Beiden! Respekt für dieses neue und tolle Projekt. Die Ruhe ist verdient und sei euch gegönnt. So wie ich euch durch diesen Blog (rein technisch verstehe ich nur Bahnhof, aber es klingt interessant) weiter im Blick behalten will, möchte ich auch dem AntoniQ die Treue halten und die weitere Entwicklung erleben. Nach 15 Jahren ist es mir irgendwie ein Bedürfnis. Direkt am Tag nach der Thüringen-Wahl habe ich aus Trotz den nächsten Aufenthalt gebucht. Bis September 2021 haben wir uns vielleicht ja auch an Corona gewöhnt. Ihr werdet ja wahrscheinlich nicht unzufrieden damit sein, dass ihr euch diese Phase nicht mehr antun müsst. Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Ich freue mich jedenfalls drauf, hier von Zeit zu Zeit von euren nautischen Abenteuern zu lesen, hoffe irgendwann mal auf ein Wiedersehen (noch bevor die Ruhr bis ins Sauerland schiffbar gemacht wird) und wünsche stets die obligatorische Handbreit Wasser unterm Kiel! Gruß, Sebastian

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