Los geht’s…

mit dem Leben, das wir uns ausgemalt hatten, für eine längere Weile.

Aber noch nicht mit dem Fahren, denn an dem Liegeplatz in Rothensee ist es so schön dass wir noch drei Nächte verweilen. Eine Fahrradtour nach Magdeburg füllt den ersten Tag, da kann man ja mit dem Boot leider nur durchrauschen, aber 20km ist ja nicht so weit weg.

Und wir staunen, wie viele Grün-, Natur-, Wasser- und Freizeitflächen Magdeburg hat, mal parkähnlich gestaltet, mal kreativ, mal natürlich-wild. Viele originelle Spielmöglichkeiten, eingebettet in eben diese Flächen, aber auch viele Freizeitmöglichkeiten für Erwachsene. Die Elbufer mittlerweile zu weiten Teilen auch in der Innenstadt promenadig ausgestaltet. Die alte Elbe, die ja auch noch mitten durch die Stadt fließt, mit Badestränden. Wirklich schön.

Jaja, wir waren auch kurz mal am Domplatz und am Hundertwasserhaus (leider alles zu), und auch das ist einladend. Aber eben nicht so alleinstellend, denn schön gestaltete Plätze und interessante Gebäude gibt es in den meisten Städten – sehenswert, ja, aber dann hat man es eben gesehen. Lebendigkeit kommt nicht von Gebäuden, sondern von der Vielfalt, und die ist in Magdeburg – wo wir es gesehen haben – inzwischen gegeben. Als ich, Knut, kurz nach der Wende zum ersten Mal dort war, kam es mir alles recht trist und öde vor…

Spannend finde ich die alte Eisenbahn-Hubbrücke, die dauerhaft gehoben erhalten geblieben ist, allerdings böse vor sich hin rostend, für Fußgänger nutzbar, wenn sie über Treppen auf den gehobenen Teil hinaufsteigen. Spannend deshalb, weil sie wohl von einer Gruppe von Leuten übernommen wurde, die sie erhalten: Ein Schild am Aufgang sagt (ungefähr erinnert) „Achtung: Das ganze Leben ist voller Gefahren. Das Betreten der Brücke erfolgt auf eigene Gefahr. Kinder haften für Ihre Eltern. Dies ist ein Privatweg.“ Ich hätte ja nicht gedacht, das so ein Haftungsausschluss im öffentlichen Raum überhaupt möglich ist! (Ob er einem Rechtsstreit stand halten würde?).

Am nächsten Tag gab es privaten Besuch von einer unserer Lieblingskundenlehrerin mit Radtour zwischen Elbe und Ohre.

Erst am Samstag ging es dann weiter Richtung Brandenburg, erst mal spektakulär über die längste Kanal-Trogbrücke Europas (?) quer über die Elbauen und die Elbe.

Unser erstes Ziel war Genthin, aber bei Parey gibt es einen Sportbootliegeplatz am Kanalufer, der uns spontan so gut gefiel, dass wir da erst mal angelegt haben und den Sonntag wieder mit einer Radrunde verbracht haben, zur Elbe, zum Pareyer Verbindungskanal, zu einem Nachbarort.

Schönster Part der Runde war ein Bad in einer alten Elbschleife, begleitet von Schwänen, Nachtigallen und Eisvogel, jedoch ohne weitere Menschen. Wunderschön.

Ja, nun können wir es genießen, ohne Zeitplan unterwegs zu sein.

Auch die Autarkiepläne scheinen aufzugehen – mit drei Stunden fahren oder zwei Stunden Generatorlauf am Tag (von denen eine sowieso durch Kochen anfällt) gleichen wir den Batteriestromverbrauch eines Tages in etwa aus – der beträgt etwa 60Ah, jetzt, da die Heizung nur ein oder zweimal in der Nacht, einmal morgens und einmal abends anspringt, um uns durchgängige 19 bis 20° am Tage und 17 bis 18° in der Nacht zu erhalten. Im Winter wird die Bilanz anders ausfallen, denn wir heizen ja zwar mit Diesel, aber es der Motor und die Pumpen brauchen ja auch Strom, insgesamt so etwa 3A. Da sind wir dann schnell bei 100 am Tag, aber wir wollen ja auch die drei kältesten Monate an einem festen Liegeplatz mit Landstrom verbringen.

Unser Wasserverbrauch beträgt ca. 100 l je Woche, so dass unser Tank für immerhin 10 Wochen reicht. Jetzt ist er allerdings fast leer, denn wir hatten ihn in Calbe nur einmal zu ca. 1/3 gefüllt, um für die Ausfahrt zur Elbe nicht zusätzlichen Tiefgang zu erzeugen. 1000l Wasser drücken das Boot um ca. 5cm nach unten.

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